Das Arbeitsmodell der Zukunft? – Warum vereda eine 4-Tage-Woche pflegt.

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Kira-Lynn Fuchs

Kira-Lynn Fuchs

Werden wir in der Zukunft alle in einer 4-Tage-Woche arbeiten? Spannende Erkenntnisse bezüglich dieser Frage bietet eine aktuelle und die weltweit größte Studie aus Island. Aber vorerst: Was bedeutet eine 4-Tage-Woche eigentlich? Welche Erfahrungen haben wir und andere Arbeitgeber:innen und Arbeitnehmer:innen in Deutschland bereits gemacht? Was sagen Experten:innen zu dem möglichen revolutionierten Arbeitsmodell?

Aktuell arbeitet der Großteil der Unternehmen in Deutschland und aber auch weltweit fünf Tage in der Woche. Die 5-Tage-Woche sowie feste Arbeitszeiten hat eine lange Tradition und kommt noch aus der Zeit der Dampfmaschinen. Damals war die Welt auf die Laufzeit der Maschinen angewiesen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) führte 1956 die 40-Stunden-Woche unter dem Motto „Samstag gehört Vati mir“ ein. Seitdem ist es für den Großteil der Menschheit Alltag, montags bis freitags von 9-17 Uhr zu arbeiten. Damit ist klar: Eine 5-Tage-Woche ist nicht Gesetz, sondern hat sich historisch entwickelt. Heutzutage sind der Arbeitswelt jedoch durch die Digitalisierung kaum noch Grenzen gesetzt, und somit ist theoretisch auch jede andere Unterteilung von Arbeitstagen und Wochenende möglich.

Wieso sollte also nicht auch eine 4-Tage-Woche möglich sein. 4 Tage arbeiten und drei Tage Wochenende. Klingt das zu schön, um wahr zu sein?

Wie funktioniert die 4-Tage-Woche?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Arbeitsmodelle, die unter den Begriff 4-Tage-Woche fallen, jedoch wird bei allen die Arbeitszeit von 5 auf 4 Tage reduziert. Dabei kann der zusätzliche freie Tag entweder flexibel wählbar sein oder vom Unternehmen festgelegt sein, Mitarbeitende können weiter 40 Stunden oder weniger arbeiten. Während manche Unternehmen sich dazu entscheiden, dass das Gehalt bei der 4-Tage-Woche unverändert bleibt, gibt es bei anderen Anpassungen des Gehalts.

Meist funktioniert die Umstellung von einer 5-Tage-Woche auf eine 4-Tage-Woche überwiegend reibungslos. In einigen Jobbranchen jedoch erfordert die Umstellung durch Veränderung von Jahrzehnten eingespielten Arbeitsstrukturen eine strukturierte Planung. Die ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Unternehmen größtenteils im Schichtdienst arbeitet.

Wieso sollte ich als Unternehmer die 4-Tage-Woche einführen?

Die 4-Tage-Woche bietet verschiedene Vorteile, die sich grob in folgende Kategorien einteilen lassen.

  • produktivere und kreativere Mitarbeiter:innen
  • gesündere Mitarbeiter:innen
  • mehr Flexibilität für Mitarbeiter:innen
  • gesteigerte Attraktivität als Arbeitgeber:innen

Produktivere und kreativere Mitarbeiter:innen

Befürworter der 4-Tage-Woche vermerken eine deutliche Steigerung der Produktivität von Mitarbeitenden. Dies ist auch in Einklang mit der oben erwähnten Studie Islands, die ein klares Fazit vermerkt: Produktivität und Leistung sind nicht eingebrochen, sondern deutlich gestiegen. Zudem steigt durch mehr „me-time“ die Kreativität von Mitarbeiter:innen.

Gesündere Mitarbeiter:innen

Laut Psychologen wirkt sich ein dritter freier Tag in der Woche positiv auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter:innen aus. Eine bessere Work-Life-Balance verringert Stress, welches zu weniger Krankschreibungen führt und somit eine effektivere Arbeitsweise ermöglicht.

Mehr Flexibilität für Mitarbeiter:innen

Ein zusätzlicher freier Tag macht es für viele einfacher, Privates und Arbeit zu kombinieren. Wichtig ist auch, dass Flexibilität erwiesenermaßen Kreativität fördert. Deswegen ermöglicht Google zum Beispiel allen Mitarbeitern einen Tag zur freien Verfügung. Eine 4-Tage-Woche passt sich somit dem Trend der Zukunft an.

Gesteigerte Attraktivität als Arbeitgeber:innen

Unternehmen, die derzeit ihren Mitarbeiter:innen eine 4-Tage-Woche anbieten heben sich noch deutlich von anderen Unternehmen ab und steigern somit die Attraktivität des Arbeitgebers. In Branchen mit Fachkräftemangel zum Beispiel, können Unternehmen so potenzielle Mitarbeiter: innen von sich überzeugen.

Klingt alles ziemlich rosig, oder? Wieso ist die 4-Tage-Woche dann noch nicht die Norm auf dem heutigen Arbeitsmarkt?

Was sagen Kritiker?

Die 4-Tage-Woche wird nicht von allen befürwortet. Andrea Hammermann vom Institut der Deutschen Wirtschaft zum Beispiel äußert, dass die 4-Tage-Woche gar nicht so revolutionär ist wie sie oft beschrieben wird. Schließlich gäbe es in vielen Unternehmen bereits Modelle wie Gleitzeit oder Teilzeit. Sie zweifelt daran, dass Mitarbeiter:innen dieselbe Arbeit in der gleichen Zeit schaffen sollen und befürchtet, dass dies bedeutet, dass mehr Personal benötigt wird.

Auch Arbeitspsychologe Michael Kastner hat seine Bedenken. Er schließt sich Hammermann an und zweifelt daran, dass in weniger Zeit das selber oder sogar mehr geleistet werden könne. Ein wichtiger Aspekt sei lauft ihm, dass jeweilige Unternehmen aufpassen müssen, dass sie nicht den Druck für Mitarbeiter erhöhen. Dann könnte das ganze Modell nämlich nach hinten los gehen.

Oder ist der Mensch einfach nur ein Gewohnheitstier und wir trauen uns nach 60 Jahren 5 Tage-Woche einfach nicht etwas zu verändern?

Was sagt die Wissenschaft und Experten?

In der Theorie ist also klar: Die 4-Tage-Woche bringt viele Vorteile mit sich und erleichtert vor allem das Leben von Arbeitnehmern. Wie aber sieht es in der Realität aus?

Die weltweit größte Studie zur 4-Tag-Woche „Iceland’s journey to a shorter working week“ bringt interessante Erkenntnisse. Teil der Studie waren nicht nur Bürojobs, sondern auch Schichtarbeiten oder zum Beispiel der Außendienst. Die Arbeitswoche wurde also für mehrere Tausend Arbeitnehmer von 5 auf 4 Tage gekürzt, das Gehalt wurde jedoch nicht verringert.

Die Auswirkungen dieser Arbeitsumstellung waren durchweg positiv! Produktivität, Leistung und Kreativität sind nicht nur gleichgeblieben, sondern sogar gestiegen. Zudem wurde eine deutliche Verringerung von Stress und Burn-out Symptomen festgehalten.

Basierend auf dieser Studie hat Island den Schritt gewagt und ihren Arbeitsmarkt revolutioniert: 86 % der Arbeitnehmer in Island arbeiten nun entweder weniger Stunden oder verfügen zumindest über die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit zu verkürzen, wenn gewünscht.

Deutschland und die 4-Tage-Woche

Auch wenn die 4 Tage noch längst nicht die Norm auf dem Arbeitsmarkt ist, wie in Island, gibt es bereits vereinzelt Unternehmen, die dieses Modell eingeführt haben. Neben anderen gehört auch vereda dazu. Seit dem 1. August 2021 testen wir die 4-Tage-Woche und das mit vollem Erfolg.

Um als Marketing und Digitalagentur innovative Ideen zu entwickeln, ist vereda auf die Kreativität ihrer Mitarbeiter angewiesen. Die 4-Tage-Woche hat die Produktivität und Kreativität unseres Teams erheblich gesteigert. Somit nutzen wir nun unsere knappste Ressource – die Zeit – noch effizienter und können so unsere Kunden optimal betreuen.

Ist es also an der Zeit oder längst überfällig, dass Deutschland ihre Arbeitsweise dem Jahr 2021 anpasst. Wir sind gespannt, wie viele Unternehmen einen Wandel nach 60 Jahren wagen und nachziehen.

Ps: Falls ihr mehr erfahren wollt, schreibt uns gerne eine E-Mail oder ruft uns einfach direkt an. Wir quatschen gerne eine Runde mit euch über unsere persönlichen Erfahrungen. Nur nicht freitags, denn da haben wir frei 😉