Zeiten ändern sich – Anreden auch!

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Duzen oder Siezen? Wir alle standen vermutlich schon einmal vor dieser Entscheidung in unserem Leben. Doch wann genau ist was angemessen? Und wieso machen wir es uns überhaupt so kompliziert?

„Könnten Sie mir eventuell freundlicherweise bitte in Kürze…?“ – Häufig überschlagen wir uns nur so vor Höflichkeit, anstatt einfach deutlich zu machen, was unser eigentliches Anliegen ist. Wir könnten doch einfach sagen, was wir möchten, ganz unverkrampft in der Du-Form. Doch Personen, die wir nicht kennen, siezen wir in der Regel. Zumindest diejenigen, die älter sind als wir. Auch im Arbeitsalltag wird sich meistens gesiezt. Von klein auf wurde uns das von unseren Eltern so beigebracht. Wir siezen andere, um eine Distanz zu einer fremden Person aufzubauen und ihnen gleichzeitig mit Respekt zu begegnen.

Siezen ist also eine Tradition. Und Traditionen werden selten hinterfragt und ändern sich auch nicht von heute auf morgen. Doch ist die Anrede „Sie“ in der heutigen Zeit wirklich noch angemessen?

Fest steht: Die Welt steht im ständigen Wandel. Der Fokus steht nicht mehr auf Hierarchie, sondern auf einem liberalen Miteinander, bei dem alle und alles miteinander vernetzt sind. Die Individualität und Fähigkeiten eines jeden einzelnen rücken immer mehr in den Vordergrund. Menschen und ihre Unterschiede werden idealerweise immer kleiner und unbedeutender. Wenn sich also die Welt stetig in Richtung Gleichheit verändert, sollte das die Sprache nicht auch? Wenn wir einander auf einer Ebene begegnen möchten und ein entspannteres zwischenmenschliches Verhältnis schaffen möchten, wieso kreieren wir dann durch das Differenzieren zwischen „Sie“ und „Du“ eine künstliche Distanz?

Nicht nur unser Privatleben ist diesem Wandel ausgesetzt. Vor allem in der Arbeitswelt werden Branchen moderner und setzten auf Gleichheit. Im Englischen, der weltweit am meisten gesprochenen Sprache, hat man das längst verstanden. „You“ ist „you“ und bleibt auch „you“. Auch Schweden zieht mit und duzt sich. Noch weiter geht das Möbelhaus IKEA, denn sie duzten sogar ihre Kunden weltweit.

Macht es denn nun wirklich so einen großen Unterschied ob wir uns duzen oder siezen?

Warum wir uns duzen sollten:

Es macht uns alle zu „nur Menschen“

Verfolgst du die Medien? Dann wird dir sicherlich aufgefallen sein, dass sich ein Großteil der Gleichheit von Menschen widmet. Genderneutral, Frauenquote und Inklusion sind da nur ein paar Schlagwörter. Aber niemand stellt die Sprache infrage. Dabei wäre es doch so einfach: Mit einem „Du“ wäre die erste Hürde – die erste Ungleichheit – direkt bei der allerersten Begegnung aufgehoben. Wir würden das Problem also quasi bei der Wurzel angreifen.

Duzen oder Siezen – keine Frage von Kompetenz

Duzen oder Siezen entscheidet nicht darüber, wie kompetent und gebildet man wirkt, geschweige denn, wie kompetent oder gebildet man tatsächlich ist. Kompetenz wird durch Souveränität und vor allem inhaltlichen Wissen definiert. Zudem ist ausschlaggebend, wie ich gegenüber meinen Mitmenschen sowohl im Privatleben als auch im Berufsleben auftrete. Das braucht eben nicht unbedingt ein „Sie“.

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass in der digitalen Welt deutlich mehr „geduzt“ wird als in der analogen? Im deutschen Web zum Beispiel wird bereits zu 80 % geduzt. Kennst du den Hintergrund? Man möge denken, dass die Entwicklung des Internets vielleicht zu neu fürs Siezen sei und im Web ja eh vieles lockerer gesehen wird, oder? Der eigentliche Hintergrund für die hohe „Du-Quote“ im Web ist jedoch ein ganz anderer. Wenn du ein Formular im Internet ausfüllst, dann spart das “Du” mindestens eine Zeile, – nämlich die der Anrede. Warum ist das von Bedeutung?

Um im Onlinemarketing erfolgreich zu sein, ist die „Conversion-Rate“ ein Kriterium einer Webseite: Die Anzahl der erfolgreichen Website-Besuche im Verhältnis zur gesamten Website-Besucherzahl. Einer der erhofften “Erfolgsfaktoren” ist die Anmeldezahl auf einer Website. Diese sinkt allerdings mit jedem Feld, das eine Person ausfüllen muss. Zusammengefasst ist das „Du“ im Web also nicht einfach cool, sondern spiegelt in Wirklichkeit eine hohe Kompetenz wider.

Das „Du“ ist internationaler

Die deutsche Sprache zählt weltweit zu einen der grammatikalisch kompliziertesten. Natürlich geht es auch noch komplexer, nehme man zum Beispiel Japanisch. Hier unterscheidet man zwischen insgesamt 3 Anredeformen. Glücklicherweise ist aber nicht Japanisch, sondern Englisch die meist genutzte Sprache, wenn es um internationale Verständigung geht. Und hier gibt es, wie bereits erwähnt, nur eine Anrede, nämlich „you“. Dies macht es weltweit erheblich einfacher, sich zu verständigen. Man muss sich also nicht lange darüber Gedanken machen, wann und wie ich einer Person jetzt eventuell das „Du“ anbiete, sondern kann sich direkt auf einer Ebene mit ihr verständigen. Und darum geht es doch!

Im Job ist die Anrede Einstellungssache

Chef siezen, Kollege duzen? Das liegt nahe und wird auch meistens so gehandhabt. Aber ist das schlau?

Die Anrede im Arbeitsverhältnis hängt von drei Faktoren ab:

  • allgemeiner Firmenphilosophie
  • persönlicher Einstellung
  • persönlicher Komfortzone

Wie ich wen auf der Arbeit anspreche, kann zu einer ganz eigenen Wissenschaft werden, wenn ich mich an dem allbekannten Knigge Kurs orientiere. Der Schlüsselaspekt jedoch bleibt Respekt. Doch Respekt wird nicht durch die Anrede garantiert: Das “Sie” garantiert ihn nicht, das “Du” verneint ihn nicht. Aber was unterscheidet ein “Du-Denker” Arbeitsverhältnis von dem eines „Sie-Denkers”?

Die “Sie-Denker”…

…sehen das “Siezen” als den Weg, Distanz als Sicherheitsabstand zu vermitteln, somit Respekt zu erzielen. Das “Du” hingegen finden sie…

  • vermittelt Augenhöhe und simuliert unangemessene Vertrautheit
  • ist ein Eindringen in die persönliche Komfortzone
  • verschlechtert die Streitkultur durch fehlende Distanz

Der “Du-Denker”…

…sieht das Duzen als den Weg, reibungslose Arbeit und Kommunikation zu vermitteln. Das „Du-Denken“…

  • sorgt für flachere Hierarchien
  • verringert formale Barrieren
  • fördert die Gemeinschaft gegenüber neuen Kollegen
  • stärkt den Teamgeist

Wir bei vereda sind klare „Du – Denker“. Unser Team ist unsere wichtigste Ressource und das haben wir verstanden. Wir brauchen kein „Sie“, um einander respektvoll zu begegnen, sondern schätzen auf ganz natürliche Weise die Kompetenzen eines jeden Teammitglieds. Und das gilt auch für unsere Kunden. Du wirst Kunde bei uns, weil wir davon überzeugt sind, zusammen deine Marke nach vorn zu bringen und das am allerliebsten von Anfang an per Du! #GernePerDu

Zeit für ein kennenlernen

Wenn Du uns und unsere Arbeitsweisen näher kennenlernen möchtest, dann freuen wir uns auf den direkten Austausch mit Dir. Du kannst Dir gerne im unten verlinkten Kalender einen Termin für einen Videocall buchen, uns anrufen +49 (0)251 59 06 59 400 oder eine E-Mail an hallo@vereda.de schreiben.